Krankheitsvermeidung allein macht keinen gesunden Menschen

Kein Körpersystem ist unabhängig von einem anderen zu betrachten. Sämtliche Funktionen sind miteinander vernetzt, greifen fein abgestimmt ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Die Intelligenz unseres Körpers ist ebenso unermesslich genial wie komplex.


In den alten Heilkünsten, wie z.B. dem Ayurveda oder der traditionellen chinesischen Medizin, wurde dies schon vor mehr als 2000 Jahren beobachtet und erkannt. Das Wissen dieser östlichen Heilkünste hat die Jahrtausende überdauert, wurde in unzähligen Schriften tradiert und beständig weiterentwickelt. Natürlich findet sich in allen Teilen der Welt die Weisheit verschiedener Formen traditioneller Volksmedizin.

Von jeher wurde der Mensch in diesen Heilkünsten in Gesamtzusammenhängen betrachtet und behandelt und niemals auf einzelne Symptome reduziert.

Diese jahrtausendealte Sichtweise ist ebenfalls die Basis moderner holistischer Zugänge zur Gesunderhaltung und Heilung.


Seit jüngerer Zeit versucht die Schulmedizin in einem Forschungsgebiet, das sich „Psychoneuroendokrinologie“ nennt, mehr über diese hochkomplexen Funktions-Zusammenhänge der Körpersysteme und der Psyche herauszufinden.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Befunden, die auf die Verbindung von Emotionen mit immunologischen sowie hormonellen Reaktionen hinweisen. Insbesondere werden dabei die wechselseitigen Auswirkungen von Stresserleben, Immunfunktionen und Hormonen auf die Gesundheit erforscht und wie die Systeme miteinander interagieren.


Eine heilsame Lebensführung umfasst eine gesunde Ernährungsweise, ausreichend Bewegung, guten Schlaf, einen ausgewogenen Rhythmus von Aktivität und Ruhe ebenso wie unser emotionales, soziales, intellektuelles und geistiges Wohl.

Unser Körper ist phänomenal. Er tut immer sein Bestes, um sich zu regenerieren, zu heilen und bestmöglich zu funktionieren. Dies veranschaulicht zum Beispiel der Zustand der Homöostase, in der eine optimale Selbstregulation der physiologischen Körperfunktionen stattfindet.

Der Körper heilt nicht durch einen Arzt, einen Therapeuten oder ein Medikament. Im besten Falle unterstützen die Maßnahmen des Arztes oder die Wirkung eines Medikaments die Selbstheilung des Körpers.


Die wenigsten Erkrankungen sind genetisch bedingt. Die meisten sind erworben durch eine ungesunde Lebensführung. Insbesondere chronischer Stress und Angst machen krank. Es gibt im Übrigen auch nichts, was unser Immunsystem mehr schwächen würde.

Unser Körper ist ständig konfrontiert mit potentiell krankmachenden Erregern. Ohne Immunsystem würden wir innerhalb weniger Tage sterben. Das zeigt seine unglaubliche Leistung, die ständig abläuft, ohne dass wir es merken, weil wir ja meist nicht erkranken.

Übrigens: Von einer Infektion spricht man erst dann, wenn die eingedrungenen Erreger eine lokale oder allgemeine Störung unseres Organismus verursachen.


So könnte man wie bereits der französische Mediziner und Physiologe Claude Bernard (1813 – 1878) sagen, dass das innere Milieu in einem Organismus entscheidet über Wohlbefinden und intakte Selbstheilungskräfte.

Auch Impfungen können nur durch unser intelligentes, adaptives Immunsystem wirken. Im besten Falle regen sie das Immunsystem zur Herstellung von Antikörpern und Vermehrung bestimmter Immunzellen an. Dies erwähnt, bedeutet kein Plädoyer für oder gegen „die“ Impfung.


Ich möchte lediglich zum Nachdenken und Nachspüren anregen in einer Zeit, in der sich fast alles nur noch um ein bestimmtes Virus mit all seinen Varianten zu drehen scheint.

Das Verständnis von Gesundheit wurde hierbei auf Krankheitsvermeidung reduziert. Die umfassende Bedeutung von Gesundheitsförderung bleibt dabei weitestgehend unerwähnt.


Zusammen mit einer Vermeidungsstrategie, die auf staatlich angeordneten Pflichten und Verboten basiert, damit einen rein restriktiven Charakter hat und nicht in einen Sinnhorizont von nachhaltigen Möglichkeiten eingebunden ist, hat sich ein weiteres Virus ausgebreitet: Angst. Wenn auch in diesem Falle je nach Mindset und Überzeugung zum Teil sehr unterschiedlich gelagert (der eine hat Angst, an Corona zu erkranken, der andere hat Angst vor einer Impfpflicht etc. pp.), so bleibt es doch Angst mit all ihren negativen Implikationen für unsere körperliche und geistige Gesundheit.

Da dies nun seit gut 1,5 Jahren so geht, können wir von einem kollektiven chronischen Stresszustand sprechen. Oder sogar von einer kollektiven Traumatisierung.


Wie soll das gut sein?


Es ist an der Zeit, diese einseitige, oktroyierte Sichtweise zu verlassen und unser Verständnis von Gesundheit, Leben und Lebendigkeit wieder zu erweitern, indem wir soziologische, psychologische und philosophische Phänomene und Ebenen ebenso mit einbeziehen.

Wir sind so viel mehr.






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